Sonntag 19. November 2017

Über die DIXI Family Academy und Dr. Udo Baer

 

Über die DIXI Family Academy:
Mittels der DIXI Family Academy engagiert sich DIXI für Eltern und Kinder um Ihnen moderne, zeitgemäße und hochwertige Inhalte zum Thema "Leben mit Kindern" näher zu bringen und diese auch kostengünstig zugänglich zu machen. 

Wie schon durch die seit gut 10 Jahren erfolgreich organisierten DIXI Eltern-Kind-Camps, werden nun über die DIXI Family Academy Mini-Workshops, Vorträge, Seminare zugänglich gemacht und Eltern bzw. Kinder dazu von uns eingeladen. 

 

Die Zusammenarbeit mit Dr. Udo Baer

Neu hierbei ist eine wunderbare Zusammenarbeit mit Dr. Udo Baer von der Zukunftswerkstatt in Deutschland. Udo Baer ist Autor von gut 40 Büchern und darunter auch viele Titel zum Thema Kindsein und dem Leben mit Kindern.

 

Blog Serie gestartet

DIXI hat 2017 mit Dr. Udo Baer eine Blog-Serie zu diesem Thema gestartet. Über Newsletter kann man sich für diese Blogs hier über die DIXI-Webseite anmelden. Die Blog-Beiträge von Udo Baer sind weiter unten auch jeweils nach zu lesen.

 

Vorträge und Workshops mit Udo Baer

Im April 2017 fand erstmalig ein Vortrag in Kooperation mit der Buchhandlung HERDER in Wien statt. Zudem auch ein Workshop.

Im September folgen ein weiterer Vortrag und ein Seminar.
Infos dazu hier an dieser Stelle.

 

 

 

Veranstaltungen mit Dr. Udo Baer:

 

Vortrag: "Drama der Leere, verstörten Kindern helfen" 

DO 28. September 2017, 19 Uhr

Wenn Kinder Verstörendes erleben und damit allein bleiben, leiden sie. Das zu erkennen, insbesondere die „drei Leeren“, die Kindern Leid verursachen, hilft Eltern, Erzieher/innen, Pädagog/innen und Thera- peut/innen, Kinder stärkend zu begleiten. Dr. Udo Baer erläutert, was verstörte Kinder brauchen und was wir vorbeugend tun können. 

 


Hier können Sie den Vortrag "Drama der Leere - verstörten Kindern helfen" von Dr. Udo Baer nachhören:


Vortrag Teil1:

Vortrag Teil 2:

Vortrag Teil 3:


 

Workshop: "Kindertrauma - wie erkennen? Was tun?" 
FR 29. September 2017, 9 - 16 Uhr

Wenn Kinder traumatische Erfahrungen durch se- xuelle und andere Gewalt machen, bleibt das oft im Tabu des Schweigens. Wie können Eltern und Erzie- her/innen Anzeichen erkennen? Wie damit umge-

hen? Wie helfen, gerade auch im Alltag der Familie und der Kindergärten?
Dr. Udo Baer erläutert die Folgen traumatischer Erfahrungen und zeigt, was Kinder brauchen - von Therapeut/ innen, aber v.a. allem auch von Eltern, Erzieher/innen, Pädagog/innen und an- deren Erwachsenen. Auf der Grundlage seiner 30jährigen pädagogischen und therapeutischen Erfahrungen sowie

mehrerer Modellprojekte: theoretisch fundiert und praxisbezogen. 

 

Ort: 1010 Wien, Postgasse 4, Dominikanerkloster

 
Folder-Download PDF-Dokument für die September Veranstaltungen mit Udo Baer

Kartenvorverkauf und Reservierung:
kinderwelt@herder.at
Tel. 01 / 512 14 13 33 




 

Vortrag April 2017, Wien



Tonmitschnitt vom letzten Vortrag zum Thema:
Was Kinder brauchen.

Die sieben Geschenke mit denen Kinder eine sichere Bindung entwickeln können.

April 2017 in Wien:



 


 

Die Blogs von Dr. Udo Baer:

 

Hier kannst du die bisherigen Blogs von Dr. Udo Baer nachlesen, welche er für die DIXI Family-Academy geschrieben hat:

 

 

 

Blog Nr. 4 -"Richtiger Umgang mit Handyspielen"

 

Die Frage einer Mutter:


"Ich habe eine Frage zum Thema neue Medien - dem gesunden Umfang beim Spielen mit dem Handy und Anderem ... Was wäre für Sie hier ein gesundes Mittelmaß?
Wie kann man das dann auch einem Kind erklären, so dass es dann auch akzeptiert wird? Bzw. wie kann man vielleicht auch gemeinsam Regeln erstellen und was könnten die Konsequenzen sein, wenn diese dann z.B. nicht eingehalten werden? Alter: 11-12 Jahre"


Die Antwort von Dr. Udo Baer auf die gestellte Frage: 

 

Regeln im Hinblick auf neue Medien, PC-Spiele und Handykonsum – oh je, welch ein Thema! Viele Eltern versuchen, Regeln einzuführen – und viele scheitern daran. Regeln sind erfolgversprechend und sinnvoll bei jüngeren Kindern, bei denen ab 12 oder 13 wird es schwierig. Sind die Regeln zu streng, schafft das nur Konflikte und die Kinder lernen eifrig, wie sie sie durchbrechen. Sind sie zu schwach, wird das oft ausgenutzt.

 

Also: Seien Sie gelassen, Sie haben sowieso den Schwarzen Peter. Ich sage das nicht, um Sie zu entmutigen, sondern um ein wenig Gelassenheit hineinzubringen.

 

Und darüber hinaus ein paar Hinweise:

-       Ich habe eine Familie erlebt, die den Spiel-Konsum des Sohnes einschränken wollte, während der Vater jeden Abend Solitär und anderes spielte. Mission impossible. Auch hier gilt wie immer: Sie sind Vorbild. Nicht in dem, was Sie sagen, sondern in Ihren Handlungen!

 

-       Bei jüngeren sind zeitliche Grenzen hilfreich: Du darfst jeden Tag xx Minuten, eine halbe Stunde, eine Stunde ... Bei älteren können Sie z.B. mit finanziellen und technischen Grenzen arbeiten, z. B. ein aufladbares Handy, für das es Geld braucht.

 

-       Zu spielen und zu kommunizieren ist per se nicht schlecht. Auch nicht über neue Medien oder Handy. Beides machen Kinder und Jugendliche gern. Erwachsene auch. Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass es eine Zeit lang einen maßlosen Konsum gibt, der sich dann aber wieder reduziert. Weil es langweilig wird. Wenn Kinder dauerhaft exzessiv die Medien nutzen, dann beginnt der Bereich, in dem Kinder und ihre Umgebung leiden: die Schlafzeiten, die Schulerfolge, die Freundschaften, die Familienatmosphäre usw. Dann ist es richtig, einzuschreiten. Der Grund des Einschreitens ist aber dann nicht die Technik, sondern die Folgen von deren Gebrauch. Das ist wichtig für die Argumentation gegenüber dem Kind.

 

-       Es bleibt, dass Sie immer wieder argumentieren. Immer wieder. Und wenn das nicht fruchtet: Setzen Sie sich zusammen mit dem Kind hin und sagen Sie: „Wir sind in einem Patt. Ich will nicht, dass du das so viel machst, und du willst es aber. Wir beide wissen, dass das keine guten Folgen hat. Was schlägst du mir vor, wie wir das lösen sollen?“ Fragen Sie Ihr Kind. Beziehen Sie es mit ein, geben Sie ihm auch Verantwortung.

  

Herzlich

 

Dr. Udo Baer 

für die DIXI Family-Academy

 

 

 

Blog Nr. 3 -"Arthur mauert"

Arthur war früher ein aufgewecktes Kleinkind. Doch nun wurde er immer verschlossener. Er mauerte und ließ niemanden an sich ran. Die Eltern bedrängten ihn, doch zu sagen, was mit ihm los sei. Die Erzieherin ebenfalls. Doch Arthur zog sich immer mehr zurück. Er zeigte kaum noch Gefühle – weder Trauer noch Ärger, weder Freude noch andere. Seine sozialen Kontakte litten darunter. Er spielte immer weniger mit den anderen Kindern und blätterte fast nur noch in Comics. Schließlich bekam er im Kindergarten eine Sonderförderung und einmal in der Woche eine Stunde bei einem Ergotherapeuten. Doch all dies schien den Druck auf Arthur noch zu verstärken.

Wovon es ausging, dass Arthur sich so entwickelte, war nicht herauszufinden. Vielleicht war es eine Trauer, die ihn überforderte oder ein anderer Stress – ein zu viel oder ein zu wenig. Auf jeden Fall aber wurde deutlich, dass die Bemühungen der Eltern und der Erzieher/innen dazu führten, dass der Druck auf Arthur sich verstärkte. Und auch die Angebote im Kindergarten und in der Ergotherapie verstärkten den Druck noch. Sie zeigten ihm „Ich bin falsch!“.


Nach einer Beratung gingen schließlich die Eltern einen anderen Weg. Sie bedrängten Arthur nicht mehr, doch mehr von sich zu zeigen, und zeigten statt dessen mehr von sich. Sie erzählten mehr über ihre Gefühle – ihre Freude, ihr Stolz sein, ihren Ärger – das ganze Spektrum dessen, was die Herzen von Menschen leben und zeigen. Arthur blickte anfangs mit staunenden Augen auf seine Eltern, die er vorher als sehr sachlich und intellektuell erlebt hatte, die Mutter sogar etwas überfordert. Doch dann ließ er sich anstecken. Er begann, die Gefühle der Eltern, vor allem des Vaters, zu teilen, lachte mich, trauerte mich, ärgerte sich mit ...


Meine Erfahrung bei Kindern, die sich einmauern, ist immer, dass für diese Kinder etwas zu viel ist, dass sie etwas nicht bewältigt haben. Wenn dann der Druck kommt, sich zu verändern, sich zu zeigen, sich zu teilen, sich mitzuteilen, dann verstärkt das den Druck noch, dann überfordert das die Kinder noch mehr. Deswegen ist der erste und wichtigste Schritt, den Druck zu reduzieren.
Der zweite Schritt besteht darin, zu realisieren, dass wir Eltern Vorbild sind. Wenn Kinder ihre Gefühle nicht mehr zeigen können, dann sollten wir anfangen, unsere Gefühle zu zeigen.
Wenn Kinder nicht darüber reden können, was sie bedrückt, dann sollten wir darüber reden, was uns bedrückt. Wenn wir nicht zeigen, dass wir manchmal Probleme und Schwierigkeiten haben, wie sollen das dann die Kinder tun? Wir sind Vorbild, Kinder lernen von uns. Das ist das Entscheidende und das ist der Weg, der Kindern wie Arthur helfen kann und hilft.

 

Herzlich

 

Dr. Udo Baer 

für die DIXI Family-Academy

 



 

Blog Nr. 2 - Die Trennung aus „heiterem Himmel“

Ein Vater suchte bei mir Unterstützung und ich fragte ihn, was ihn bedrücke. Er sagte: „Mein Sohn wird immer aggressiver, ganz ohne Anlass. Wir werden nicht mehr mit ihm fertig. Wir verstehen das nicht. Er war früher doch nicht so.“


Ich fragte erst, seit wann das so sei. Er überlegte und sagte: „Seit einigen Monaten.“ Ich fragte: „Was war in der Zeit davor?“ „Ja, da haben wir uns, meine Frau und ich getrennt.“ Ich fragte: „Haben Sie mit ihrem Sohn darüber gesprochen?“ „Nein, wenig. Wir wollten ihn nicht damit belasten. Auch vorher nicht. Die Trennung kam für ihn aus heiterem Himmel.“


Ich sagte dem Vater, dass sein Sohn offensichtlich belastet ist und diese Belastung austobt. Vielleicht sei es doch sinnvoll, mit dem Sohn mehr darüber zu reden, was zu der Trennung geführt habe, und vor allem ihm zu sagen, dass er an der Trennung nicht schuld sei. Oft ist es so, dass sich ein solcher Stress – denn eine Trennung ist ein Stress – bei Kindern auswirkt und dann an einer ganz anderen Stelle, wie hier an der Schule, zum Vorschein kommt.

Ich schlug vor: „Also, reden Sie mit ihrem Kind, möglichst gemeinsam. Wenn das nicht geht, einzeln. Erklären Sie ihm, was los ist. Und sagen Sie ihm zwei Dinge. Erstens: „Ich bin lebenslänglich Dein Vater und wir lieben Dich lebenslänglich.“ Und das zweite ist: „Du bist nicht Schuld. Wir Eltern haben es verbockt und versaut. Du kannst nichts dafür.“


Der Vater tat dies, mehrmals, und gab mir die Rückmeldung, dass sich das Verhalten seines Sohnes verändert habe. Trennungen sind oft unvermeidlich. Entscheidend ist, wie Eltern dabei mit ihren Kindern umgehen.


Herzlich

Dr. Udo Baer 

für die DIXI Family-Academy

 


 

 

Bog Nr. 1 Wer nicht hinfallen darf, lernt nicht aufzustehen

 

Meine Tochter Stephanie ist sechs Jahre alt. Ich mache mir große Sorgen, dass sie unvorsichtig ist. Ich passe auf, dass Stephanie keine großen Risiken eingeht und nichts Unbedachtes unternimmt, wenn sie draußen ist. Doch meine Tochter wird immer störrischer mir gegenüber. Sie sagt: „Mama, du nervst!“ Und gleichzeitig merke ich, dass sie immer ängstlicher wird. Ich will nichts falsch machen, was soll ich tun?

(Elisabeth Ä.)


Ihre Absicht ist löblich. Es ist gut, wenn Eltern – Mütter wie Väter – auf ihre Kinder aufpassen und sie schützen. Doch wie so oft geht es auch hier um das richtige Maß.

 

Kinder lernen nicht nur dadurch, was Eltern sagen, sondern auch, was sie ausstrahlen. Sie strahlen Angst aus. Damit stecken Sie Stephanie an, auch wenn Sie das nicht wollen. Stephanie wird so immer ängstlicher und immer zurückhaltender. Wenn das so weitergeht, wird sie sich irgendwann gar nicht mehr trauen, allein draußen zu spielen.

 

Wir Eltern müssen verstehen: Kinder müssen fallen dürfen, damit sie lernen, wieder aufzustehen. Wer nicht das Risiko eingeht, auf Holzbalken am Rande des Sandkastens zu balancieren, weil die Eltern Angst haben, hinzufallen, wird dies nie lernen. Wir müssen den Kindern die Möglichkeit geben, in dem, was sie tun, Ungemach zu erleiden. Wenn wir das nicht tun, spüren sie, dass wir ihnen nichts zutrauen. Wenn wir sie zu sehr einengen, erlischt oder erlahmt ihr Spiel- oder Entdeckungstrieb. Wenn wir sie zu sehr vor Gefahren bewahren wollen, dann erreichen wir nur, dass sie angstvoll werden.

 

Selbstverständlich brauchen Kinder ein beschützendes elterliches Gegenüber, brauchen sie Menschen, die ihnen zeigen, was geht und was nicht geht, worauf sie aufpassen müssen und dergleichen mehr. Und selbstverständlich strahlt dabei auch immer etwas von der Ängstlichkeit der Eltern ab und nicht nur von der großen Fürsorge. Doch die Haltung, die ich Ihnen empfehle, ist die Haltung des großen UND. Wir haben Sorgen um unsere Kinder UND wir lassen ihnen den Spielraum. Wir wollen sie beschützen UND wir vertrauen ihnen, dass sie ihren eigenen Weg gehen.  Gehen Sie das Risiko ein, dass Stephanie hinfällt, damit sie auch lernt, wieder aufzustehen. Ihr Verhalten wird sich dadurch verändern. Sie wird nach und nach wagemutiger und schließlich sicherer werden in dem, wie sie sich in ihrer Welt bewegt.

 

Herzlich

Dr. Udo Baer 

für die DIXI Family-Academy

 


 

Udo Baer ist Dr. phil. (Gesundheitswissenschaften), Diplom-Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut, Mitbegründer und langjähriger Geschäftsführer der Zukunftswerkstatt therapie kreativ, Vorsitzender der Stiftung Würde und Mitleiter des Pädagogischen Instituts Berlin.

Und darüber hinaus ist er ein erfolgreicher und in Deutschland bekannter Autor von 40 Büchern.

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